Die Programm-Informationsdatei (PIF) ist ein Konfigurationsdateiformat, das hauptsächlich mit Microsoft Windows- und MS-DOS-Umgebungen assoziiert wird. Ihr Hauptzweck ist die Speicherung von Einstellungen und Parametern, die für die Ausführung älterer MS-DOS-Anwendungen innerhalb des geschützten Modus (protected mode) von Windows, insbesondere in Windows 3.x-, 9x- und NT-Systemen, erforderlich sind. Wenn ein Benutzer eine ausführbare MS-DOS-Datei (.EXE oder .COM) startet, verwendet Windows die zugehörige PIF-Datei, um festzulegen, wie die Anwendung ausgeführt werden soll. Dabei werden kritische Ressourcen wie die Speicherzuweisung (konventioneller, erweiterter, Extended Memory), der Bildschirmmodus (Vollbild oder Fenster) und spezifische Kompatibilitätseinstellungen verwaltet. Im Wesentlichen fungiert die PIF als Wrapper oder Verknüpfung, die die virtuelle Maschinenumgebung (virtual machine environment) für das Legacy-Programm vorschreibt. Obwohl moderne 64-Bit-Windows-Systeme das 16-Bit MS-DOS Subsystem (NTVDM) nicht mehr direkt unterstützen, war das PIF-Format jahrzehntelang entscheidend für die Aufrechterhaltung der Abwärtskompatibilität (backward compatibility). Da PIF-Dateien Ausführungsparameter enthalten und andere Dateien starten können, wurden sie historisch von Malware missbraucht, um bösartige Skripte oder ausführbare Dateien zu verschleiern. Dies führt dazu, dass sie von Sicherheitssoftware manchmal als potenziell gefährlich eingestuft werden.